Öfter mal wieder laufen

Mein Lieblingsbaum auf meiner Runde um die Stöckheimer Höfe

Heute bin ich meine Lieblingsrunde um die Stöckheimer Höfe und die Große Laache im Kölner Norden gelaufen. Ich bin immer wieder verblüfft, welche Muskelgruppen beim Fahrradfahren offenkundig nicht oder anders beansprucht werden. Zumindest tut mir nach dem Laufen immer mehr weh als nach dem Radfahren. Und noch etwas ist anders. Laufen ist unmittelbarer, die Belastung schneller spürbar. Ich unterscheide drei Arten des Laufens: entweder ich trabe vor mich hin und nehme die Landschaft und alles, was um mich herum geschieht, auf oder ich laufe intensiv, so dass ich kein Auge mehr für das Außen, dafür aber für mein Inneres habe, oder ich laufe so schnell, dass ich mich nur noch auf den Rhythmus meines Atmens und meiner Beine konzentriere. Mit Wahrnehmen oder Denken ist dann nicht mehr viel. Ich bevorzuge Variante zwei, weil die Gedanken beim Laufen anders fließen. Vieles scheint sich wie von selbst zu klären.

Die Runde um die Stöckheimer Höfe ist auch deshalb so schön, weil Wasser und Wald sich abwechseln. Der Weg verläuft entlang des alten Rheinarms (alt heißt, dass der Rhein dort vor 7000 Jahren sein Bett hatte), an dem heute der Escher und der Pescher See, der Stöckheimer See, die Baadenberger Senke und die Große Laache, das Entwässerungsgebiet des Pulheimer Bachs, wie Perlen an einer Schnur aufgereiht liegen. Zwischen den Seen Felder, Wiesen und Mischwald. Nur 200 Meter der Strecke muss ich auf der Landstraße und dann noch einmal 400 Meter auf einem Radweg zurücklegen. Der Rest sind Wald-, Wiesen- und Wirtschaftswege. Das findet sich nicht häufig im Kölner Norden.

Als ich einigermaßen k.O. wieder in Esch ankomme, fühle ich mich das erste Mal an diesem Tag vollkommen entspannt. Ständig waren Telefonate zu führen, Emails zu schreiben, Lehrveranstaltungen vorzubereiten und so weiter und so fort. Mein Tag war wie zerfasert, mein Geist und meine Seele auch. Als Ausweichmanöver begann ich ein Bild an meinem neuen iPad zu gestalten. Will ja auch getestet werden, so ein iPad.

Ausweichmanöver am iPad. Fahrradverrückt? Vielleicht. Ein bisschen.

War schön, half aber nicht wirklich. Gegen Mittag lag ich schließlich wie erschossen und sehr, sehr unzufrieden mit mir selbst auf dem Bett: „So wird das nie was mit dir.“ Na gut, gegen solchen und ähnlichen Blödsinn hilft neben Radfahren immer noch Laufen am besten. Also Laufschuhe an und nix wie raus.

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